20.06.2018 17:13
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Digitalisierung

Oetwil am See hat Ende März an der Gemeindeversammlung CHF 375'000.- gutgeheissen, für die Modernisierung der digitalen Kommunikation an den Oetwiler Schulen. Die Stadt Zürich hat im Dezember 2017 12,3 Millionen Franken bewilligt um unter anderm das WLAN auszubauen und sämtlichen 5. Klässlern einen IPad zur persönlichen Verfügung zu stellen. (Hier der LINK zum entsprechenden TA-Artikel)

Sicher kommen wir um die digitale Unterstützung im Klassenzimmer nicht herum. Der Einsatz und Nutzen sollte aber wohl überlegt sein.

Mit dem Lehrplan 21 ist das Fach "Medien und Informatik" für Schüler ab der 5. Klasse mit einer Wochenlektion in der Stundentafel verankert. Ich gehe davon aus, dass zum Beispiel die Stadt Zürich den oben ganannten finanziellen Aufwand nicht nur für diese einzige Wochenlektion betreibt. Die digitalien Medien sollen vermehrt im gesamten Unterricht zum Einsatz kommen. Die nötigen digitalen Lehrmittel werden erstellt. Aus dieser Tatsache ergeben sich ganz neue Situationen im Unterricht, die Lehrer vor neue pädagogische und didaktische Herausforderungen stellen. 

Die Ausbildung für das Fach "Medien und Informatik" für Lehrpersonen an der PH Zürich umfasst vier Präsenzveranstaltungen und vier Selbstlehrphassen mit E-Learning-Anteil (entspricht 90 Arbeitsstunden). Danach ist eine Lehrperson befähigt, die Klasse im neuen Fach zu unterrichten.

Wie werden aber alle Situationen gehandhabt, die sich aus dem vermehrten Einsatz der digitalen Medien ergeben? Funktioniert das WLAN immer? Gibt es freien Zugang auf youtube, google und Co.? Sind die Kinder immer unter Aufsicht, wenn sie am Bildschirm arbeiten? Wie behält die Lehrperson den Überblick? Verträgt jedes Kind die WLAN-Strahlung? Wie gestalten sich die neuen Lehrmittel? Funktionieren Sie bereits ab dem 1. Einsatzjahr einwandfrei? Was passiert mit den Daten des Kindes? Das sind alles offene Fragen, die sich stellen und nicht öffentlich zur Debatte gestellt wurden.  

Am 7. Oktober 2011 hielt Prof. Dr. Rudolf Künzli einen Vortrag über den Lehrplan 21 an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Bereits damals wies er darauf hin, dass der Lehrplan 21 eine neue Zusammenarbeit von Politik, Administration und der Wissenschaft (und der damit verbundenen Forschung) mit sich bringt. Die Forschung hat durch die Digitalisierung nun die Möglichkeit, Daten direkt zu erheben und die Schule zu "vermessen". Könnte da auch ein Beweggrund der Digitalisierung liegen?