Portrait


Eigener Bildungsweg

Bereits in den ersten Schuljahren schlummerte der Wunsch in mir Lehrerin zu werden. Dieser Traum sollte aber nicht so schnell in Erfüllung gehen. Aufgrund grosser Lernblockaden konnte ich dieses Ziel erst über Umwege erreichen. Dank dieser Erfahrung aus erster Hand verstehe ich aber die Lernprobleme und Schwierigkeiten der heutigen Kinder und Jugendlichen sehr gut. 

Nach einer Leidensstrecke mit sehr schlechten Schulnoten durfte ich Unterstützung erfahren von einfühlsamen und kompetenten Pädagogen und wieder Freude am Lernen gewinnen. So hielt ich schlussendlich nach viel Einsatz meinen Maturitätsabschluss in Händen.

Vorerst war mal genug Schule und ich arbeitete zwei Jahre in Gastronomie und Verkauf. Es folgte eine Lehre als Drogistin und der Besuch der Höheren Fachschule.


Lehrerin

Nach zwei erfolgreichen Jahren Geschäftsführung einer Drogerie erreichte mich eine glückliche Fügung, die mir den Weg zur Tätigkeit als Lehrperson eröffnete.

Später bildete ich mich neben Arbeit und Familie zur diplomierten Berufsschullehrperson weiter. Ich bin nun seit bald 18 Jahren im Schuldienst tätig und dieser Beruf erfüllt mich wie am ersten Tag mit grosser Begeisterung. 

Im Berufsalltag empfinde ich den Umgang mit disziplinarischen Problemen und das Begleiten von lernschwachen Schülern als die grössten Herausforderungen. Wie kann ich komplexe Inhalte vermitteln, wenn die Schüler eine Aufmerksamkeitsspanne von maximal fünf Minuten aufweisen, keinen Zugang zu längeren Texten haben und die mangelnde Allgemeinbildung nur wenige Anknüpfungspunkte zulassen?

Dieses dynamische Umfeld stellt immer wieder hohe Anforderungen an das pädagogische und didaktische Können, sowie an die eigene Persönlichkeit. Meine selbstkritische und selbstreflexive Haltung, ständige Lernbereitschaft und die nötige Portion Humor halfen mir bis jetzt, die Hürden immer wieder zu meistern und daran zu wachsen.


Mutterrolle

Meine drei eigenen Kinder darf ich auf ihrem Entwicklungsweg begleiten. Dadurch erhalte ich Gelegenheit die Entwicklung und Begleitung von Heranwachsenden aus familiärer Perspektive zu betrachten und erkenne neue Dimensionen von Liebe und Verantwortung. Die Mutterrolle erlebe ich als intensivste, liebevollste und gleichzeitig herausfordernste Erfahrung in meinem Leben.

 

Etwas über mich

Mein eigener, kurvenreicher Weg durch die Schule bis zum Bestehen der Matura, alle weiteren Aus- und Weiterbildungen, alle Tätigkeiten in der Gastronomie, die Drogistenlehre, Geschäftsführungen, das aktive Mitwirken in Branchenverband und Prüfungskommission, die Verantwortung als Lehrperson, das Mitwirken in der Qualitätsentwicklung an der Berufsschule, meine Ursprungs- und eigene Familie, meine intensive Persönlichkeitsentwicklung durch Selbstreflexion und die Begleitung einfühlsamer Menschen und alle anderen Begegnungen sind unendlich wertvoll und haben dazu beigetragen was ich heute bin. Für all das bin ich sehr dankbar. 

 

Beatrix Inauen